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Eine experimentelle Variante des japanischen Holzschnitts

Eine experimentelle Variante des japanischen Holzschnitts

Eine experimentelle Variante des japanischen Holzschnitts

Eine kurze Einführung in meine Variante des japanischen Holzschnitts, die auch ohne Druckerpresse auf jedem Küchentisch funktioniert. Das Einzige, was man wirklich braucht ist Übung, viel Zeit & Geduld!

 

Anleitung für den japanischen Holzschnitt

Wie fängt man am besten an?

Von der Vorlage zur Tusche-Skizze

Zuerst braucht man einmal eine Skizze oder ein Foto. Vom Foto fertige ich entweder eine Bleistiftskizze an oder bearbeite es digital mit Photoshop um starke Konturen zu erzeugen. Danach verwende ich dünnes Spezialpapier zum Durchpausen der Skizze mittels Japanischer oder chinesischer Tusche, die man in jedem Künstlerfachgeschäft bekommt. Dafür benötige ich durchaus mehrere Durchläufe, damit jedes Detail auch stimmt oder mir gefällt.

Trocknen und Abwaschen

Nach dem Trocknen der Skizze wird diese seitenverkehrt mit Tapetenkleister auf eine geeignete Holzplatte geklebt. Die Skizze sollte nun die Tusche auf die Platte durchgedrückt haben – somit wasche ich die Platte wieder ab und entferne die Papierreste.

Das Schneiden:

Jetzt kann ich beginnen, das Motiv mit dem Messer freizuschneiden, dies kann bis 5-10 h dauern – je nach Größe der Platte. Plant man mehrere Farbdurchläufe braucht man noch einen Steg zum Anlegen des Papiers, d.h. verschiedene Farben werden übereinander gedruckt – und das Papier muss deshalb immer an der gleichen Stelle angelegt werden.

Frottage für den Probedruck

Um zu sehen, ob ich richtig geschnitten habe, mache ich mittels Frottage einen „Probedruck“ (ich lege ein Blatt Papier über die Platte und reibe einfach feste Kreide darüber, bis sich der Druckstockt abzeichnet.).

Dadurch sehe ich, wo ich noch nachschneiden muss und kann dies dann noch adjustieren.

Endlich fertig: der Erstdruck

Bevor ich zu drucken beginne, kommt noch etwas Tapeten-Kleister auf die Platte, welche auf eine feuchte Unterlage gelegt wird. Dann reibe ich die Platte mit der gewünschten Farbe ein – nicht zu flüssig, nicht zu trocken – und mache den ersten Druck

Korrekturphase:

Oft sieht man jetzt, ob noch Holz erhaben ist und Flecken hinterlässt – das bedeutet die Platte wieder abwaschen und nochmal trocknen lassen und nochmal nachschneiden.

Unikatsdruck oder Edition?

Endlich fertig! Jetzt überlege ich mir, ob ich Originaldrucke mache oder eine Edition. Bei den Originaldrucken ist jeder Druck anders, z.B. können die Motive sich überlagern, ich kann hineinmalen, wie es mir gefällt, die Platte versetzen – es experimentell gestalten. Bei der Edition hingegen, ist fast jedes Bild identisch – einzig die Farbe kann sich ändern. Die Edition ist dann nummeriert. Der Holzstock sollte nun vernichtet werden – damit kein Nachdruck möglich ist – es sei denn, es handelt sich um Originaldrucke.

Welches Material benötigt man?

Für die Skizze:

  • Japanisches oder chinesisches dünnes Skizzenpapier – z.B. bei Gertsäcker
  • festere Tusche für die Skizze, die nicht verläuft – Sumi-Tusche / Tusche für Kalligrafen
  • Tapetenkleister
  • Feste Kreide für Frottage

Für den Druck

  • Holzplatten in verschiedenen Größen – für Anfänger Lindenholz, gibt es auch fertig zugeschnitten – erhältlich im Bastelgeschäft oder beim Tischler
  • Messer: gute Schneidemesser im Set gibt es günstig bei Diktum zu bestellen – www.dictum.com/‎
  • Linoldruckfarbe oder flüssige Tusche/Tinte oder Pigmente zum Selbermischen
  • Büttenpapier oder anderes Papier – anfangs eher günstiges nehmen.

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